Meiner Meinung nach ist Grete, Gregors Schwester, eigentlich eine der wichtigsten Hauptfiguren dieser Erzählung. Sie erlebt nach Gregors Ausfall einer so großen Verwandlung, die so wichtig wie Gregors Verwandlung ist. Auch hier findet der Leser einschlägige Informationen über den ganzen Text verstreut: In der Vorgeschichte (bis zum Einsetzen der Erzählung) war sie ein verwöhntes bürgerliches Mädchen, dessen Lebensweise »darauß bestanden hatte, sich nett zu kleiden, lange zu schlafen, in der Wirtschaft [d. h. im Haushalt] mitzuhelfen, an ein paar bescheidenen Vergnügungen sich zu beteiligen und vor allem Violine zu spielen«. Kein Wunder, dass sie ihren Eltern bisher »als ein etwas nutzloses Mädchen erschienen war«. An ihr jedoch wurde – ganz im Unterschied zu ihrem Bruder – diese Nutzlosigkeit, weil sie rollenspezifisch (zum passiven Warten auf den Ehemann) paßte, wohlwollend geduldet.